Baumfällungen in der Bahnhofstraße

( von Redaktuer )

Baumfällungen in der Bahnhofstraße

Aufgrund von irreführenden Leserbriefen in der RHZ möchte ich Ihnen Fakten zu den erfolgten Baumfällungen liefern.


Entlang der Bahnhofstraße in Gemünden steht eine Baumallee mit altem Baumbestand. Zur ordnungsgemäßen Versorgung der Anlieger der Bahnhofstraße mit Strom und Telekommunikation sollen auf Antrag der Versorgungsträger Leitungen neu verlegt werden. Hierzu gehört auch die für die Verkehrssicherung notwendige Straßenbeleuchtungsanlage der Ortgemeinde Gemünden. Diese muss komplett erneuert werden. Die Prüfung einer möglichen Trasse durch alle Träger Anfang 2016 ergab, dass die beste Lösung im südlichen öffentlichen Seitenbereich der Straße liegt. Nach den Vorgaben der zuständigen Versorgungsträger (Strom und Telekommunikation) ist eine Trassenführung im Privatbereich nicht gewollt und wird daher abgelehnt.


Wegen dem vorhandenen alten Baumbestand (7 Linden auf der Südseite und 18 Linden auf der Nordseite) wurde vorab von einem dafür zugelassenen Gutachter ein Baumgutachten eingeholt. Hiernach sind grundsätzlich keine Aufgrabungen ohne nachhaltige Schädigung der Wurzel und damit der Bäume möglich. Weiterhin wurde festgestellt, dass zwei Bäume wegen Verkehrsgefährdung sofort gefällt werden müssen. Zwei weitere Bäume waren ohne Beanstandung. Alle restlichen Bäume wiesen substanzielle Vorschäden auf. Der Erhalt der Bäume ist nur mit erhöhten und wiederkehrenden baumchirurgischen Maßnahmen möglich. Dies bedeutet, dass immer wieder Kosten für die Gemeinde aufkommen.
In Abstimmungen und mit Genehmigungen der Unteren Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis wurden am 04.08.2016 die zwei Notfällungen sofort vorgenommen und im Anschluss auf der Grundlage eines Ortsgemeinderats-beschlusses (mit der Mehrheit von „Bürger für Gemünden“ (BfG) und CDU) vom 31.08.2016 die verbliebenen sechs weiteren Linden auf der südlichen Straßenseite im Bereich der geplanten Kabeltrasse gefällt. Eine Ausgleichspflanzung wurde vereinbart und wird jahreszeitlich bedingt von der Ortsgemeinde noch ausgeführt.


Gemäß der Beschlusslage vom 31.08.2016 sollen die Linden auf der Nordseite der Bahnhofstraße nach Möglichkeit erhalten bleiben. Dazu wurde ein Fachbüro mit der Planung und Ausschreibung der erforderlichen Maßnahmen zum Erhalt der Bäume vom Ortsgemeinderat Gemünden beauftragt.
Nach örtlicher Aufnahme und Überprüfung kam der Fachplaner zu dem Ergebnis, dass der Erhalt der Bäume nur mit erheblichem wiederkehrenden Kostenaufwand möglich ist, und gab der Ortsgemeinde deshalb zu Bedenken, ob hier eine Fällung und als Ersatz eine Neupflanzung nicht sinnvoller wäre. Über die weitere Vorgehensweise, aufgrund der Feststellung des Fachplaners, muss der Ortsgemeinderat noch entscheiden.


Die Ortsgemeinde steht in der Verkehrssicherungspflicht für die öffentlichen Straßen, Wege und Plätze. Dazu gehört die Beseitigung von Gefahren, die ggf. von Bäumen im Eigentum der Ortsgemeinde ausgehen. Entgegen den Aussagen (Leserbriefe in der RZ) der BfG kann im gesamten Entscheidungsprozess über den Erhalt des alten Baumbestandes, weder von Klüngel, fehlenden Genehmigungen, noch von einem Außerachtlassen von politischen Gremien die Rede sein. Der Ortsgemeinderat Gemünden wurde und wird in alle Entscheidungen über den Baumbestand in der Bahnhofstraße eingebunden.


Gemünden, 03.04.2017
Dieter Kaiser
Ortsbürgermeister

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